Angesichts eines erneuten Anstiegs der Zahl
massenhaft getöteter Küken auf mindestens 48 Millionen Tiere hat
Agrarminister Christian Schmidt eine baldige Abkehr von der grausamen
Praxis angekündigt. „Mein Ziel ist, dass das Töten männlicher
Eintagsküken 2017 aufhört“, sagte der CSU-Politiker der in Düsseldorf
erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Bis dahin soll das
Geschlecht des Kükens bei jedem Ei binnen Sekunden noch vor dem
Brutbeginn ermittelt werden können. Außerdem gehe es um eine neue
Hühnerrasse, die sich sowohl für die Eierproduktion durch weibliche
als auch die Mast der männlichen Tiere eigne. Nach neuen Erhebungen
des Ministeriums stieg die Zahl der weiblichen Küken allein in
Brutanlagen mit mindestens tausend Eiern im vergangenen Jahr von 44,7
auf 48 Millionen. Experten gehen davon aus, dass im selben Umfang
männliche Küken vergast und geschreddert werden, weil sie sich für
die Mast nicht eignen. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, das
Massentöten auf gerichtlichem Wege zu unterbinden, wollen die Grünen
in der nächsten Woche im Bundestag ein gesetzliches Verbot erreichen.
Die Koalition lehnt den Antrag ab. „Ein Verbot ohne Alternative würde
die Geflügelhaltung lediglich ins Ausland verlagern“, erklärte
Schmidt. Dort habe Deutschland dann keinen Einfluss mehr auf Tierwohl
und Kükenhaltung.
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