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Rheinische Post: Chef der Wirtschaftsweisen sieht keine neue Weltwirtschaftskrise und fordert Härte von der EU gegenüber London

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph
Schmidt, erwartet keine neue Weltwirtschaftskrise durch den Brexit.
„Es zeichnet sich im Augenblick nicht ab, dass der Brexit so
weitreichende Folgen haben wird. Im Gegensatz zur Pleite der
Lehman-Investmentbank vor acht Jahren handelt es sich hier ja nicht
um ein plötzliches Ereignis, sondern um eines, das schon eine Weile
im Raum stand“, sagte Schmidt der in Düsseldorf erscheinenden
„Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Wichtig ist jetzt, die Ruhe zu
bewahren.“

Zugleich forderte Schmidt ein hartes Vorgehen der EU gegenüber
London. „Viele Dinge müssen neu verhandelt werden. Dabei dürfte schon
klar sein, dass die EU gegenüber Großbritannien nicht allzu
nachgiebig sein darf, um nicht einen Trend zum Rosinenpicken in Gang
zu setzen.“ Nun sollte sich die EU wieder mehr auf das Prinzip der
Subsidiarität besinnen: „Das bedeutet, dass nur jene Dinge europäisch
geregelt werden sollten, für die eine gemeinschaftliche
Herangehensweise vernünftig ist, wie etwa die Frage der Asylpolitik.
Entsprechend sollten jene Themen auf Ebene der Mitgliedstaaten
bearbeitet werden, bei denen die nationalen Regierungen in der
Verantwortung stehen, etwa Strukturreformen auf dem Arbeitsmarkt.“

Schmidt ist Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für
Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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