Rheinische Post: Chefin der Krupp-Stiftung fordert Rückkehr zu alter Ertragskraft

Die Kuratoriumsvorsitzende der Alfried Krupp
von Bohlen und Halbach-Stiftung, Ursula Gather, hat sich erstmals
nach dem jüngsten Wechsel an der Spitze des Konzerns in einem
Interview zu Wort gemeldet. Der Düsseldorfer “Rheinischen Post”
(Donnerstag) sagte sie zur Berufung von Martina Merz, der
Thyssenkrupp-Aufsichtsrat habe entschieden, “dass es eines
personellen Neustarts von außen bedarf, um das Tempo zu erhöhen”. Die
Entscheidung vom Mai, das Unternehmen neu auszurichten, wäre für
Guido Kerkhoff, der alle früheren Strategien mitgetragen habe, nach
innen und nach außen schwerer umzusetzen als für jemanden, der erst
kürzlich ins Unternehmen gekommen sei, so Gather.

Die Stiftungs-Chefin forderte, dass es nun um “die schnelle
Wiederherstellung von Performance und Profitabilität” gehen müsse.
“Kein Geschäftsbereich kann auf Dauer höhere Kosten verursachen, als
er Einnahmen generiert.” Mit Blick auf den geplanten Abbau von 6000
Stellen verwies sie darauf, dass die Arbeitnehmervertreter im
Aufsichtsrat den Plänen zugestimmt hätten und weitreichende Zusagen
bekommen hätten. “Es ist der Wunsch der Stiftung, dass alle Lösungen
auch dem Arbeitnehmerwohl dienen.”

Zum geplanten Börsengang oder Verkauf der Aufzugsparte sagte sie:
“Aus Sicht der Dividendenfähigkeit wäre natürlich am besten, an
Elevator, dem ertragreichen Geschäft möglichst hoch beteiligt zu
bleiben.” An einer Sonderdividende habe die Stiftung kein Interesse.
Auf die Frage, was es bedeuten würde, wenn Thyssenkrupp mehrere Jahre
keine reguläre Dividende mehr ausschütten würde, sagte die
Stiftungs-Chefin: “Die Stiftung hat bereits zwei dividendenlose Jahre
als Ankeraktionärin mitgetragen. In den darauffolgenden Jahren lag
sie mit zehn bis 15 Cent je Aktie sehr niedrig. Eine Weile werden wir
den jetzigen Zustand wohl noch aushalten können.” Verfestigen dürfe
sich das aber nicht. “Thyssenkrupp hat das Potenzial zu alter
Ertragskraft zurückzufinden.”

Eine Aufstockung der Anteile der Stiftung, um wieder eine
Sperrminorität im Konzern zu bekommen, gibt es nicht: “Um in diese
Sphären zurückzukehren, wären heute zirka 350 Millionen Euro nötig.
Das ist unrealistisch”, sagte Gather.

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