In der Pflege gibt es für Gesundheitsminister
Daniel Bahr gleich eine Reihe harter Nüsse zu knacken: Die
Pflegebedürftigen müssen besser versorgt werden; die Finanzierung der
Versicherung muss zukunftsfest gemacht und der Beruf der
Altenpflegekraft attraktiver werden. Bahr steht vor dem Problem, dass
sein Vorgänger und Parteifreund Rösler in der Pflegebranche mit
seinen öffentlichkeitswirksamen Gipfeltreffen große Erwartungen
geweckt hat. Jetzt schwant den Beteiligten, dass den vielen Worten
keine großen Geldmengen folgen werden. Die Branche fühlt sich zu
Recht verschaukelt. Schließlich hat es ihr bislang nicht an
Erkenntnis gemangelt, wie sie ihre Qualität steigern kann. Vielmehr
fehlten die Mittel dafür. Es ist höchste Zeit, der Bevölkerung in
Sachen Pflege reinen Wein einzuschenken: Bei der Versorgung der
Demenz-Kranken und der persönlichen Fürsorge für Pflegebedürftige
gibt es erhebliche Defizite. Die Stärkung von Ehrenamtlichen und
Familienangehörigen in der Pflege ist sinnvoll, löst alleine das
Problem aber nicht. Es bedarf auch mehr professioneller Kräfte, die
jedoch mehr Geld kosten. In einem Punkt muss sich die Branche an die
eigene Nase fassen: Man kann nicht über Nachwuchsmangel klagen, wenn
man selbst viel zu wenig Angebote für Auszubildende macht.
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