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Rheinische Post: Ein Sturmgewehr macht Probleme Von Gregor Mayntz

Nato-Partner loben das G36 als zuverlässig,
Peschmerga sind von dem Gewehr begeistert, und auch ältere
Wehrpflicht-Jahrgänge, die noch mit dem G3 herumhantierten, waren
neidisch auf das leichte, moderne G36 ihrer Nachfolger. Das mag
erklären, warum Militärs Hinweise auf mangelnde Präzision heißer
Gewehre abtaten – entschuldigen lässt sich das nicht. Denn die
Bundeswehr steht nicht mehr im kalten Krieg mit kühlen Gewehren, sie
ist eine Einsatzarmee, die jederzeit intensiv gefordert werden kann.
Spätestens seit den stundenlangen blutigen Gefechten vom April 2010
in Afghanistan hätte der Verdacht sinkender Treffgenauigkeit mit
Nachdruck untersucht werden müssen. Kaum etwas wirkt verheerender auf
Soldaten als das Gefühl, sich in akuter Bedrohung auf die eigene
Waffe nicht verlassen zu können. Noch ist ungeklärt, ob
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schnell genug reagiert
hat. So lange die Präzisionsausfälle mit Laborbedingungen verknüpft
sind, bleibt auch die Suche nach den Verantwortlichen akademisch.
Sollte sich aber herausstellen, dass die Mängel zum Tod deutscher
Soldaten beitrugen, bekäme die Aufklärung Dramatik – und nicht nur
von der Leyen, sondern auch ihre Vorgänger hätten Probleme.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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