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Rheinische Post: Enteignungen sind Unsinn Kommentar Von Gregor Mayntz

Die Situation der Mieter darf niemand auf die
leichte Schulter nehmen. Wo sich vernünftiges Wohnen immer weniger
leisten können, geht mittelfristig das Vertrauen in das Funktionieren
der Demokratie verloren. Die Politik tut deshalb gut daran, die
Anreize für den Wohnungsbau zu erhöhen. Denn die Preise steigen nicht
nur, weil es mehr Menschen in die Städte zieht, sondern auch, weil es
nicht genügend Wohnraum gibt. In der aktuellen Debatte ist nicht nur
das Einmaleins von Angebot und Nachfrage, sondern auch das Einmaleins
des politischen Unsinns zu besichtigen. Wer diejenigen enteignet, die
mehr Wohnungen schaffen, wird am Ende die Knappheit vergrößert und
die Mietpreise erhöht haben. Sollte sich der Berliner Senat dem
Volksbegehren anschließen, dann werden für die angepeilte Enteignung
rund 30 Milliarden Euro fällig. Was könnte damit an Wohnraum
gefördert werden! Und es wäre besser, dort in die Puschen zu kommen,
wo der Neubau unter bürokratischen Problemen und Unmengen an Auflagen
leidet. Natürlich muss die Politik in der sozialen Marktwirtschaft
mit Wohngeld auf der einen und mit Stopp von Auswüchsen auf der
anderen Seite eingreifen. Aber Experimente mit Enteignungen machen
das Problem am Ende nur größer.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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