Rheinische Post: Flüchtlingskinder in Idomeni schweben laut „Ärzte ohne Grenzen“ in Lebensgefahr

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“
weist darauf hin, dass im überfüllten griechischen Lager Idomeni
Flüchtlingskinder angesichts der dramatischen Umstände in
Lebensgefahr geraten könnten. „Unter den Flüchtlingen sind Schwangere
und Frauen mit wenige Tage alten Babys“, sagte Florian Westphal,
Geschäftsführer der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, der in
Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Es ist
nicht auszuschließen, dass diese Säuglinge angesichts der Zustände im
Lager in Lebensgefahr schweben“, sagte Westphal. Die Zustände seien
noch nie so schlimm gewesen. 150 Ärzte sind für die Organisation
derzeit in dem Gebiet, wo rund 14.000 Flüchtlinge an der Grenze zu
Mazedonien zumeist in einfachen Zelten ausharren. „Unsere Mitarbeiter
berichten von zahlreichen Atemwegserkrankungen und einem akuten
Ausbruch der Magen-Darm-Grippe“, sagte Westphal. Vereinzelt hätten
Flüchtlinge wegen schwerer Traumatisierungen durch Krieg und Flucht
Panikattacken oder versuchten, sich selbst zu verletzen. Nun erhebt
Westphal schwere Vorwürfe gegen die EU-Mitgliedstaaten: „Griechenland
ist heillos überfordert und wird im Stich gelassen.“ Die anderen
EU-Mitgliedstaaten inklusive der deutschen Bundesregierung hätten
bisher viel zu wenig getan, um die griechischen Behörden konkret und
vor Ort bei der Flüchtlingshilfe zu unterstützen, sagte der
Geschäftsführer der Hilfsorganisation.

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