von Birgit Marschall
Wie schön wäre es doch, wenn wir den Verfechtern der Eurobonds
Glauben schenken könnten. Wenn es stimmte, dass die Schuldenkrise im
Euro-Raum durch die Einführung gemeinsamer Staatsanleihen endgültig
beendet wäre und die volkswirtschaftlichen Kosten für Deutschland bei
allen anderen Lösungen größer wären. Allein, wir können es nicht
glauben. Aus rein ökonomischer Sicht freilich wären Eurobonds in der
Tat der Schlüssel zur Lösung: Die Spekulationen gegen einzelne
Schuldensünder wären vom einen Tag auf den anderen beseitigt.
Investoren würden fortan in den Euro-Raum als Ganzes investieren, der
Euro als (Reserve-)Währung gewönne weiter an Bedeutung. Nur im Innern
der Euro-Zone würde mangels eines wirksamen politischen Rahmens
weiter nach Herzenslust geschludert: Eurobonds ohne automatische
Sanktionen gegen Schuldensünder wären für sie die Einladung zu noch
mehr Schulden. Eurobonds darf es ohne wirksame gemeinsame
Haushaltskontrolle und eine tatsächlich vergemeinschaftete
Finanzpolitik nicht geben. Da die Parlamente der Euroländer nicht
bereit sind, Haushaltssouveränität nach Brüssel abzugeben, müssen
Eurobonds ein Tabu bleiben, gerade für Deutschland. Vorerst.
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