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Rheinische Post: Kommentar / Eine Provokation für Autofahrer = VON GREGOR MAYNTZ

Die Debatte um Tempolimit und Spritpreise
sollte – um es ironisch zu sagen – von Älteren geführt werden. Die
können sich noch an Zeiten erinnern, in denen nicht 2000 Staus und
400 Baustellen die Autos auf bestenfalls Schrittgeschwindigkeit
bremsten. Und sie wissen, wie den Grünen in den 90er Jahren ihre
Forderung nach fünf Mark für den Liter Sprit bekommen ist: Beinahe
wären sie aus dem Bundestag geflogen, weil sie sich alle
Berufspendler und Nicht-Reiche zum Feind gemacht hatten. Im Ernst:
Die Behauptung von 28 Millionen Tonnen Schadstoffeinsparung durch
Tempolimits kann nur im Labor entstanden sein. In der
Straßenwirklichkeit stellt sich eher die Frage, wie viel sich
einsparen ließe, wenn die Autos nicht mehr auf 1,5 Millionen
Kilometern Stau Schadstoffe produzieren, ohne voranzukommen. Tempo
kompromisslos runter und Steuern radikal rauf – das würde vermutlich
auch in Deutschland die Autofahrer in die Gelbwesten treiben. Denn so
lange der Staat an vielen anderen Stellen seine Hausaufgaben zum
Klimaschutz nicht erledigt hat, muss der von fragwürdigen
Messmethoden, widersprüchlichen Grenzwerten und unsinnigen
Fahrverboten drangsalierte Autofahrer eine solche Verbots- und
Verteuerungsdebatte als pure Provokation begreifen.

www.rp-online.de

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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