Rheinische Post: Kommentar: Geld ohne Leistung

Neid-Debatten sind immer auch scheinheilig.
Fast dreizehn Millionen Euro bekommt John Cryan, den die Deutsche
Bank im April 2018 aus dem Amt jagte. Man kann die Empörung darüber
fast mit Händen greifen. Aber: Hätten wir das Geld nicht genommen?
Stattdessen gesagt: Behaltet es, ich habe es nicht verdient? Wohl
kaum. So viel Ehrlichkeit muss sein. Was nichts daran ändert, wie
fragwürdig die Bezahlungsmechanismen sind. Cryan kassiert Millionen,
weil er nicht bis zum Ende bleiben darf, Millionen dafür, dass er
jetzt nicht woanders anheuert und dort Deutsche-Bank-Interna nutzt.
Dabei gilt: Dass vertragliche Ansprüche ausgezahlt werden, ist
selbstverständlich, die Anti-Konkurrenzprämie ist nachvollziehbar. Es
ist die Dimensionen, die nachdenklich stimmt, und die Tatsache, dass
zum wiederholten Mal Schlechtleistung ohne finanzielle Folgen bleibt.
Das Argument, man müsse viel zahlen, um die Besten zu bekommen, zieht
nicht. Mit den Besten muss mehr drin sein als jahrelanger Stillstand
wie bei der Deutschen Bank.

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