Rheinische Post: Kommentar / Kinder müssen gefördert werden = Von Detlev Hüwel

Vorbeugen ist allemal besser als heilen. Das
gilt insbesondere dann, wenn es um die Lebenschancen unserer Kinder
und Jugendlichen geht. Bestmögliche Förderung ist das Gebot. Wer also
wollte ernsthaft dem NRW-Modellprojekt „Kein Kind zurücklassen“
widersprechen, das von der renommierten Bertelsmann-Stiftung
unterstützt wird? Ob ein Kind in einer Kita besser als zu Hause
untergebracht ist, müssen natürlich die Eltern entscheiden. Viele,
vor allem Alleinerziehende, haben indes gar keine Wahl. Sie sind auf
ein umfassendes Betreuungsangebot angewiesen. Zur Prävention gehört
auch das wohnortnahe Beratungsangebot. Hier sind vor allem die
Kommunen am Zug. Hannelore Kraft, die das Motto „Kein Kind
zurücklassen“ vom früheren US-Präsidenten George Bush („No child left
behind“) übernommen hat, winkt gern mit einer Präventionsdividende.
Das soll heißen: Investitionen von heute zahlen sich in der Zukunft
aus. Doch hier dämpft die Bertelsmann-Stiftung die Erwartungen der
Kommunen: Proftieren würden langfristig vor allem Bund, Länder und
Sozialversicherungsträger. Es ist aber höchst unwahrscheinlich, dass
die Höhe dieser „Dividende“ jemals auch nur annähernd beziffert
werden kann.

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