Rheinische Post: Kommentar / Klage der Polizei entzaubert Jägers Image = Von Gerhard Voogt

NRW-Innenminister Ralf Jäger genoss bislang bei
der NRW-Polizei einen hervorragenden Ruf. Anders als sein Vorgänger,
der Jura-Professor Ingo Wolf (FDP), sucht der SPD-Politiker immer
wieder den Kontakt zur Basis. Mit seinen Schwerpunkt-Aktionen gegen
Raser, Einbrecher, die kriminelle Rocker-Szene und Salafisten hat er
sich den Ruf eines wachsamen und energisch durchgreifenden „roten
Sheriffs“ erworben. Die Polizeigewerkschaften begleiteten Jägers
öffentlichkeitswirksame Einsätze meist wohlwollend. Jetzt ist die
vertrauensvolle Zusammenarbeit vorerst beendet. Mit ihrer Musterklage
gegen die Abgeltung der Bereitschaftszeiten setzt die Gewerkschaft
der Polizei den Minister unter Druck. Ein Imageschaden, der Jäger
wehtut – schließlich ist die Argumentation der Polizisten glasklar
nachvollziehbar. Ein Bereitschaftsdienst, der heimatfern in Uniform
absolviert wird, hat mit gemütlichem Freizeitvergnügen wenig zu tun.
Die Beamten sitzen dabei nicht mit einer Flasche Bier am
Würstchengrill, sondern sind stets startbereit. Was Dienst ist, muss
auch als Dienst abgegolten werden. Es ist unfair, den Polizisten die
angemessene Vergütung ihrer strapaziösen Arbeitszeiten zu verwehren.

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