Rheinische Post: Kommentar: Langsame Bischöfe

Manchmal wird man den Eindruck nicht los, die
großen Religionen und Konfessionen stünden vornehmlich für Defizite,
Skandale und Abgründe: Der Islam hat ein Problem mit Fanatikern, die
Orthodoxie mit Machtanmaßung, der Protestantismus mit Beliebigkeit
und die katholische Kirche eben mit dem Missbrauch. Das kann so stark
werden, dass die Entgleisungen automatisch bei Nennung der Religion
oder Konfession mitgedacht werden. Für die Vertrauensbildung und die
Herausstellung der guten Seiten ist dieser Eindruck fatal. Deshalb
ist die katholische Kirche gut beraten, mit voller Kraft die Fälle
des skandalösen sexuellen Missbrauchs in den Reihen der Kleriker
anzugehen. Die Bischöfe haben bedenkenswerte Ansätze geliefert: die
Bildung von Disziplinargerichten, eine einheitliche
Missbrauchsstatistik und eine großzügige Entschädigung der Opfer.
Leider geht es nicht schnell genug. Der Fall des Berliner
Canisius-Kollegs liegt fast neun Jahre zurück. Die Amtskirche muss
schärfer und nachhaltiger gegen die Missstände vorgehen. Das ist sie
den Opfern, aber auch den Gläubigen schuldig.

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