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Rheinische Post: Kommentar / Mut zum Risiko = Von Jörg Isringhaus

Kulturförderung ist immer eine Gratwanderung.
Wirtschaftliche Erwartungen konkurrieren mit der Aufgabe, kreative
Wagnisse zu ermöglichen. Kippt das System zur einen wie zur anderen
Seite, wird es heikel. Film- und TV-Förderung darf nicht nur daran
gemessen werden, was finanziell hängenbleibt: Wenn
NRW-Filmstiftungschefin Petra Müller sagt, dass jeder ausgegebene
Euro dreifach ins Land zurückfließt, klingt das sehr gut, ist aber am
Ende ein Schätzwert – der jedoch die Denkart zeigt, was als Erfolg
verbucht wird. Dies birgt die Gefahr, dass vor allem das gefördert
wird, was Rendite verspricht. Dass NRW bei TV-Produktionen bundesweit
vorne liegt, gerade im Bereich Entertainment, ist eine tolle
Entwicklung. Doch müssen Produktionen für gebührenfinanziertes
Fernsehen wie „Gladbeck“ noch gesondert unterstützt werden? Ganz
klar: Es ist gut, dass das Land Geld in die Filmbranche investiert.
Bei der Auswahl der Projekte sollte aber auch der Mut zum kreativen
Risiko eine Leitlinie sein, der mögliche kulturelle Ertrag also dem
wirtschaftlichen gleichgestellt werden.

www.rp-online.de

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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