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Rheinische Post: Kommentar: Orbán ist nicht Ungarn

Ohne Ungarn hätte es die Wiedervereinigung,
jenes glücklichste aller Ereignisse, nie gegeben. Es waren die
Ungarn, die im September 1989 die Grenzen für DDR-Flüchtlinge
öffneten und das Ende des Zwangsregimes einläuteten. Es waren mutige
Bürgerrechtler und kühne Reformer in Ungarn, die Deutschland zur
Seite standen, als es darauf ankam, etwa beim legendären
Friedenspicknick in Sopron. Immer wieder waren es die Ungarn, die die
europäische Idee vorantrieben. Die Donau ist ein europäischer Fluss,
die Stephanskrone ein Symbol Europas, pflegte Helmut Kohl zu sagen.
All dies sollte man im Hinterkopf haben, wenn man jetzt über den
nationalistischen Kurs von Ministerpräsident Orbán diskutiert. Orbán
ist nicht Ungarn. Man muss ihm die Gelegenheiten nehmen, das Land
weiter zu spalten. Orbán hat sich für seine Anti-Europa-Rhetorik
entschuldigt, die EVP sollte die Entschuldigung annehmen. Der
Kontinent braucht keine weiteren Märtyrer am rechten Rand, die sich
als Opfer Brüssels inszenieren. Ungarn gehört als freiheitlicher
Rechtsstaat zu Europa. Trotz Orbán.

www.rp-online.de

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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