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Rheinische Post: Kommentar / Was Merkel von Lagarde lernen kann = Von Antje Höning

Das Schicksal Griechenlands liegt in den Händen
von Merkel, Draghi und Lagarde. Alle wollen das Land im Euro halten,
doch ihre Strategie ist höchst unterschiedlich. Kanzlerin und
Präsident der Europäischen Zentralbank haben klargemacht, dass sie
die Euro-Zone als Ganzes erhalten wollen – insbesondere Merkel hat
dies zu früh und zu klar getan. Wie schon in der Ukraine-Krise, als
sie früh ein Eingreifen ausschloss, hat sie ihre Verhandlungsposition
geschwächt. Folglich nimmt Athen Reformforderungen bis heute nicht
ernst. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine
Lagarde, dagegen hat eine glaubwürdige Drohkulisse aufgebaut: Sie
ließ ihre Unterhändler abreisen, als Athen den IWF erneut mit
unverbindlichen Reformplänen foppte. Der IWF kann und darf
Griechenland nicht mit Glacé-Handschuhen anfassen, wo er doch Ländern
in Asien und Südamerika ganz andere Härten zugemutet hat. Am Ende
wird Griechenland aus politischen und wirtschaftlichen Gründen im
Euro bleiben. Wer will schon einen Finanzcrash und das Ende der
historischen Euro-Idee riskieren? Soweit vernünftig. Doch dass die
Griechen so billig davon kommen werden, liegt auch an Merkels
schwacher Strategie.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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