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Rheinische Post: Kraft muss gegen Missstände vorgehen Kommentar Von Michael Bröcker

Hannelore Kraft hat recht. Ausgerechnet die
Sozialdemokraten, die sich duzen und Genossen nennen, die Wert auf
Solidarität und Kameradschaft legen und Parteitage mit der
Arbeiter-Hymne „Wann wir schreiten Seit– an Seit–“ beschließen,
bekämpfen sich intern gerne mit Härte und Hass. Bundespolitische
Führungsfiguren wie Andrea Nahles, Sigmar Gabriel, Martin Schulz oder
Ralf Stegner sind Überlebende eines sozialdemokratischen „Boot
Camps“. Jeder hat hier mit jedem schon mal bis aufs Messer um Posten
und Positionen gerungen. Der Fall Kurt Beck war nur die Spitze des
Eisbergs. Kraft hat mit diesem Teil ihrer Partei stets gefremdelt.
Man darf ihr glauben, dass sie lieber vor Ort, im Land Politik macht.
Auf den Marktplätzen statt in Berliner Ministerien. Kraft kam als
Seiteneinsteigerin in Amt und Würden und hat im Gegensatz zu den oben
genannten ein berufliches Dasein jenseits der Parteigremien erlebt.
Aber man darf von einer Frau, die sich zur stellvertretenden
Parteichefin hat wählen lassen und die in den Koalitionsverhandlungen
ihren Einfluss als NRW-Regierungschefin gerne hinter den Kulissen
geltend gemacht hat, dann auch erwarten, dass sie in ihrer Partei
gegen diese Missstände ankämpft. Und nicht nur von der Seitenlinie
meckert.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

Weitere Informationen unter:
http://


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