Rheinische Post: Parteiführung gestärkt Kommentar Von Bernd Eyermann

Vor ihrem Bonner Europaparteitag standen die
Linken vor der Frage, ob sie grundsätzliche Kritik an der
Europäischen Union äußern wollen bis hin zu dem Punkt, sie sogar
infrage zu stellen, oder ob sie auf grundlegende Reformen innerhalb
der EU dringen wollen. Die Haltung der Parteispitze dazu war klar: Ja
zur EU, aber auch Ja zu Reformen. Mit ihrem Votum für einen
reformorientierten Neustart der Union hat die Basis die Parteiführung
gestärkt. Mit der Forderung nach einer “Republik Europa” hätte sich
die Linke aber auch als noch radikalere europafreundliche Partei
profilieren können. Es wäre ein neuer spannender Ansatz im
Parteienspektrum gewesen. Doch so radikal wollte die Basis denn doch
nicht sein. Der nun beschrittene realpolitische Weg kann in einer
diskussionsfreudigen Partei, wie es die Linke ist, natürlich nicht
alle mitnehmen. Es ist klar, dass Strömungen wie die Kommunistische
Plattform oder die Antikapitalistische Linke weitaus radikaler in
Richtung EU-Auflösung gehen wollen. Es wird interessant sein, ob die
Linksaußen ihre Niederlage zum Anlass nehmen, den innerparteilichen
Streit zu befeuern.

Pressekontakt:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2621

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