Rheinische Post: Rentenexperten: Ost-Renten-Angleichung ist in Wahrheit Rentenkürzung

Die bis 2024 beschlossene Angleichung der
Ost-Renten an West-Niveau ist eigentlich eine Rentenkürzung für
künftige Ost-Rentner. Das erklärten Rentenexperten gegenüber der
Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Samstag). “Sollte der Lohnabstand
aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen bestehen bleiben
oder sich sogar vergrößern, drohen künftige Ost-Rentner im Vergleich
zu ihren westdeutschen Kollegen schlechtergestellt zu werden als
unter den Bedingungen im Status quo”, sagte Jochen Pimpertz vom
Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. “Denn für sie gilt
bei der Ermittlung ihrer Rentenansprüche dann nicht mehr der
Vergleichsmaßstab aller ostdeutschen Beitragszahler, sondern der
aller Versicherten in Deutschland”, sagte Pimpertz. Dieser Nachteil
der Ost-Renten-Angleichung werde aber bis heute “verdrängt” und schon
gar nicht im ostdeutschen Wahlkampf erwähnt, sagte auch der
Düsseldorfer Rentenexperte Bert Rürup der Zeitung. Die Löhne in
Ostdeutschland werden bisher mit dem sogenannten Umrechnungsfaktor
für die Rentenberechnung aufgewertet. Damit soll kompensiert werden,
dass die Durchschnittslöhne in Ostdeutschland auch 30 Jahre nach dem
Mauerfall noch niedriger sind als in Westdeutschland. Im Zuge der
beschlossenen Angleichung der Rentenwerte Ost an West wird diese
Hochrechnung der Ost-Löhne jedoch schrittweise abgesenkt. Das kann
für viele künftige Ost-Rentner ein merklicher Nachteil sein.

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