Rheinische Post: Russlands Außenminister Lawrow wirft Nato “aggressive antirussische Politik” vor

Unmittelbar vor Beginn des deutsch-russischen
Petersburger Dialogs an diesem Donnerstag in Bonn hat Russlands
Außenminister Sergej Lawrow vor einer militärischen Eskalation
gewarnt. “Die antirussische Sanktionspolitik schadet den Europäern
selbst gravierend. Die europäischen Haushalte vermissen dadurch
Milliarden Euro, Zehntausende Arbeitsplätze werden verloren und nicht
wieder geschaffen”, sagte Lawrow der Düsseldorfer “Rheinische Post”
(Donnerstag). Der politische und wirtschaftliche Druck auf Russland
sei perspektivlos, so Lawrow. Es habe auch früher Frostzeiten
zwischen Russland und der Nato gegeben: “Doch heute haben wir es mit
einer besorgniserregenden Situation zu tun. Unter dem Druck aus
Washington, das eigene geopolitische Ziele verfolgt, beteiligen sich
die Nato-Länder an einer aggressiven antirussischen Politik.” Die
Aufrüstung der Nato an den Grenzen Russlands könne Folgen haben. “Die
Nordatlantikallianz baut ihre Präsenz an den Grenzen Russlands und
unseres Bündnisstaates Weißrussland aus, was Risiken unbeabsichtigter
Zwischenfälle erhöht und zur Eskalation der militärpolitischen
Spannungen führt.” Lawrow forderte einen Neustart für den
Nato-Russland-Rat. “Schon jetzt ist es vonnöten, einen regelmäßigen
Austausch zwischen Militärs auf Expertenebene im Russland-Nato-Rat in
die Wege zu leiten.” Von russischer Seite seien konkrete Vorschläge
zur Verminderung militärischer Gefährdung unterbreitet worden. “Wir
sehen der Stellungnahme der Nato entgegen.” Die Initiative zur
Normalisierung der Beziehungen müsse von der Allianz ausgehen.

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