Rheinische Post: Tierärzte-Verband will Gebührensatz im Notdienst verdoppeln

Der Fachkräftemangel und finanzielle Probleme
bedrohen vielerorts die tierärztliche Notdienstversorgung. “Wir haben
in NRW und bundesweit ein Problem damit, dass Tierkliniken keinen
nächtlichen Notdienst mehr anbieten können”, sagte Karl-Heinz
Schulte, stellvertretender Präsident des Bundesverbands
praktizierender Tierärzte (BPT) und Vorsitzender des
BPT-Landesverbands Nordrhein, der Düsseldorfer “Rheinischen Post”
(Mittwoch). Der BPT will den Gebührensatz für Behandlungen im
Notdienst verdoppeln: vom dreifachen auf den sechsfachen. Das
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat jüngst einen
Entwurf zur Änderung der Verordnung in Umlauf gebracht. Das Papier
sieht nach Angaben von Schulte die Einführung einer Gebühr in Höhe
von 50 Euro für Behandlungen im Notdienst vor. Außerdem sollen
Tierärzte im Notdienst den vierfachen Gebührensatz verlangen dürfen,
und der zweifache Satz soll im Notdienst der Mindestsatz werden.
“Diese Erhöhung liegt zwar unter unserer Forderung, ist aber ein
erster Schritt in die richtige Richtung”, sagte Schulte. “Das
Ministerium hat den Ernst der Lage erkannt.” Mehrere Verbände können
nun eine Stellungnahme dazu abgeben. Hintergrund der geplanten
Maßnahme sind zahlreiche Schließungen von Tierkliniken. Bundesweit
gab es 2009 noch 297 Kliniken für Kleintiere, 2018 waren es nur noch
123.

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