Von Christian Altmeier
Der Dreamliner ist für Boeing längst zum Alptraum geworden. Schon
vor der aktuellen Pannenserie haben jahrelange Verzögerungen bei der
Auslieferung und eine Verdreifachung der Entwicklungskosten dem
US-Flugzeugbauer zu schaffen gemacht. Schuld daran war vor allem der
Versuch, die Gewinnmarge durch die Auslagerung weiter Teile der
Produktion an Zulieferer zu erhöhen. Doch viele Köche verderben den
Brei – was auch Boeing erfahren musste. Zwar wird der Konzern die
jüngsten Probleme – die sich unter „Anlaufschwierigkeiten“
zusammenfassen lassen – bald in den Griff bekommen. Dennoch wird das
Dreamliner-Debakel Folgen für die gesamte Luftfahrt haben. Denn
sowohl Boeing als auch Konkurrent Airbus werden es sich künftig
zweimal überlegen, ob sie weitreichende Innovationen im Flugzeugbau
anstreben – oder lieber auf Nummer sicher gehen und existierende
Produkte etwas modernisieren. Im Fall der Luftfahrtbehörden hingegen
ist es äußerst beruhigend, dass sie unverzüglich „auf Nummer sicher“
gegangen sind und die Dreamliner vorerst vom Himmel verbannt haben.
Wenn es um das Leben von Flugpassagieren geht, ist jeglicher
Kompromiss unannehmbar.
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