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Roadmap für Virtualisierungsprojekte

(Leverkusen, 12.06.2008) So sehr im Markt Einigkeit darüber herrscht, dass sich die Virtualisierung zu einem massiven Trend entwickelt, so wenig wissen die Unternehmen vielfach schon darüber, wie sie den Weg hin zu virtuellen Infrastrukturen gestalten sollen. Dies gilt besonders auch für den Einsatz dieser Technologien im Bereich der Applikationen. „Virtualisierung ist nicht zwangsläufig die richtige Antwort auf jede Anforderung“, gib Robert Gerhards, Geschäftsführer des Beratungshauses Centracon, zu bedenken. Vor allem sei das Risiko relativ groß, sich weniger optimalen Architekturmodellen zu widmen, die anschließend nur mit hohem Aufwand korrigiert werden können. „Gerade weil sich die Virtualisierung gegenwärtig zu einem Trendthema entwickelt, besteht die Gefahr vorschneller und unzureichend abgesicherter Entscheidungen“, weiß Gerhards aus seinen Erfahrungen in der Praxis. Er hat deshalb die erfolgskritischen Aspekte in einer strategischen Roadmap zusammengestellt:
1. Zu hohe Projektkomplexität vermeiden: Mit der Virtualisierung verändern sich Grundprinzipien der Infrastruktur und der Methoden beim Client-Management. Deshalb ist es vorteilhafter, im Kleinen zu beginnen. Dennoch muss ein Big Picture oder ein Blueprint des Ganzen vorhanden sein, an dem sich einzelne Projekte orientieren.
2. Quick-win-Projekte realisieren: Die Virtualisierung hat grundsätzlich das Potenzial, einen hohen wie verhältnismäßig kurzfristigen Return on Investment (ROI) zu erreichen. Diesem Anspruch der schnellen Amortisation muss das erste Projekt unbedingt folgen, um Erfolge vorweisen zu können. Die Erkenntnisse der Wirtschaftlichkeit können so die Dynamik der weiteren Virtualisierungsstrategien positiv beeinflussen.
3. Managementtransparenz schaffen: Die Entwicklung von Business Cases nicht nur zur Darstellung des wirtschaftlichen Nutzens, sondern auch der strategischen Potentiale ist unverzichtbar. Eine rückwirkende Erfolgskontrolle des Business Cases empfiehlt sich nach ein bis zwei Jahren erfolgreichem Betrieb durchzuführen. Zudem sorgt auch eine transparente Entscheidungsfindung über alternative Anbieter und Lösungsansätze für Vertrauen im Unternehmen und Entscheidungssicherheit. Hierzu haben sich Methoden wie beispielsweise die IT-Nutzwertanalyse bewährt.
4. Kompetenzcenter für Virtualisierung etablieren: Viele Unternehmen unterliegen dem Missverständnis, dass Servervirtualisierung ein reines Thema der Servertruppe und Clientvirtualisierung ein reines Desktop-Team-Thema ist. Der Aufbau eines Kompetenzcenters mit Experten aller IT-Bereiche reduziert Projektwiderstände und schafft die Plattform für übergreifende Betrachtungen, denn die Virtualisierung hat große Auswirkungen auf beispielsweise Netzwerkinfrastruktur, Storage oder die IT-Sicherheit.
5. Projekte nicht in ein minimalistisches Fachkonzept zwängen: Wer zu Beginn nicht die tatsächlichen fachlichen Anforderungen aller relevanten IT- und Fachabteilungen ausreichend differenziert beschreibt, gerät bei dem Virtualisierungsvorhaben schnell in einen sehr nebulösen Realisierungsprozess. Denn je allgemeiner und unpräziser die Absichten, desto schwerer wird es, das Ziel zu erreichen und die spätere Lösung intern zu etablieren. Dementsprechend muss eine große Sorgfalt bei der Anforderungskonzeption entwickelt werden.
6. Anforderungsbasierte Auswahl der Virtualisierungssoftware durchführen: Auch für die Marktevaluierung hat das Fachkonzept eine eminente Bedeutung, weil sich daraus das Funktionsprofil ableiten lässt. Hierbei gilt es nicht nur technische Anforderungen, sondern auch politische Strömungen, bestehende Rahmenverträge und Dienstleisterverhältnisse zu berücksichtigen. Fehlt es hier an der nötigen Genauigkeit, lassen sich Produkte nur schwer vergleichen und es droht die Gefahr einer „falschen“ Auswahl. Allerdings kommt es nicht immer nur auf die Software selbst an, sondern mitunter kann es sogar wichtiger sein, den Hersteller in seiner Innovationsfähigkeit, Flexibilität und partnerschaftlichen Kultur stärker zu gewichten.
7. Tools für die Verwaltung von Virtualisierung budgetieren und einplanen: Sinnvoll ist ein möglichst hoher Grad an Automatisierung und Integration in die heutigen IT-Managementlösungen. Deshalb bedarf es nach der Umsetzung des Virtualisierungsprojekts effizienter Werkzeuge, mit denen sich die manuellen Aufgaben automatisieren, Kapazitätsplanung durchführen oder die Provisionierung realisieren lassen. Anbieter wir Embotics, Surgient, VMLogix, PlateSpin oder xTigo sind in diesem Kontext zu nennen. Empfehlenswert ist zudem die Gestaltung von Workflows oder Self-Service-Angeboten zur Abbildung bestimmter Abläufe wie etwa Freigabe oder Beantragung virtueller Systeme oder Anwendungen.
8. Durch ein Projektmarketing die Benutzer mitnehmen: Die Virtualisierung hat unmittelbare Konsequenzen für die Mitarbeiter im Unternehmen. Den Benutzern die neue Technologie transparent zu machen und sie dafür zu gewinnen, ist Aufgabe des Projektmarketings, weil sonst Akzeptanzprobleme mit vielfältigen negativen Effekten entstehen können.
9. Die Zeit nach dem Projekt vordenken: Mit dem Rollout ist das Virtualisierungsvorhaben längst nicht abgeschlossen, vielmehr beginnt dann im Regelfall eine Phase für notwendige Optimierungsprozesse unter realen Praxisbedingungen. Ebenso sind Auswertungen zur Ermittlung der unternehmensindividuellen Best Practice für anschließende Virtualisierungsprojekte erforderlich. Hierfür müssen allerdings von vornherein sowohl Ressourcen als auch Budgets eingeplant werden.

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