Saarbrücker Zeitung: Begünstigungen der Industrie belasten Strompreis – Netz-Umlage steigt 2020 auf 0,358 Cent je Kilowattstunde

Die seit 2011 geltende Teilbefreiung
großer industrieller Stromkunden von Netzentgelten führt im nächsten
Jahr zu höheren Strompreisen. Die sogenannte §19-Umlage steigt um
17,4 Prozent oder 0,053 Cent auf 0,358 Cent je Kilowattstunde
berichtet die “Saarbrücker Zeitung” (Montagausgabe) unter Berufung
auf Unterlagen der Netzbetreiber. Schon länger war bekannt, dass auch
die EEG-Umlage um 0,351 Cent je Kilowattstunde auf insgesamt 6,756
Cent steigen wird. Das ist ein Plus von 5,5 Prozent. Ob jeder
Stromanbieter die Belastungen, die ihm die Netzbetreiber auferlegen,
auch an die Kunden in voller Höhe weitergibt, ist offen.
Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer kritisierte die Entlastung von
inzwischen rund 5000 bis 6000 Firmen von den Netzentgelten. “Die
Energiewende hat eine soziale Schieflage, denn für solche
Entlastungen müssen private Haushalte entsprechend mehr zahlen”,
sagte Krischer der “Saarbrücker Zeitung”. Es handele sich um “eine
illustre Ansammlung von Unternehmen”. Auf der Liste finden sich neben
Metall- und Zementherstellern auch Schlachthöfe, Banken,
Energiekonzerne und Lebensmittel-Discounter. Außerdem halte das
Verfahren die Firmen davon ab, Strom zu sparen. Die
Netzentgeltentlastungen für Unternehmen summieren sich inzwischen auf
1,22 Milliarden Euro jährlich.

Pressekontakt:
Saarbrücker Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

Original-Content von: Saarbrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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