Schwäbische Zeitung: Kommentar zum gescheiterten Vorstoß der schwäbischen Industrie- und Handelskammer zur Umbenennung Schwabens in Westbayern: Schnapsidee

Der Heimat-Begriff floriert. Vielenorts
entdecken die Deutschen ihre Städte, Dörfer und Landstriche neu. Sie
suchen in Zeiten der Globalisierung überschaubare regionale
Einheiten. Die Wissenschaft hat sich bereits mit dem Phänomen
beschäftigt. Doch Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben, hat die
Zeichen der Zeit nicht erkannt. Er will den Bezirk Schwaben in
Westbayern umtaufen. Seine Begründung: Schwaben werde von
Geschäftspartnern der heimischen Wirtschaft immer wieder mit
Baden-Württemberg verwechselt.

Tatsächlich war dies nie ein Problem – bis Kopton eines daraus
machte. Was ihn tatsächlich antreibt, ist unklar. Vielleicht
Profilierungssucht? Möglicherweise kommt der Gedanke ursprünglich aus
der Großindustrie oder dem internationalen Finanzgeschäft. Diese
kennen im Gegensatz zu mittelständischen Unternehmen oft keine Heimat
mehr. Würden sie wirklich hinter dem Vorstoß stecken, wäre der
nächste Schritt programmiert: erst Westbayern, dann auf Englisch
West-Bavaria – oder gleich South Germany oder Central Europe. Eine
erschreckende Vorstellung.

Heimat muss Heimat bleiben. Und dies hat sich auch in den Namen
der entsprechenden Landstriche widerzuspiegeln.

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Schwäbische Zeitung
Redaktion
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