Schwäbische Zeitung: Nennen wir es einfach nur Sold – Kommentar

Aus der Diskussion um den Ehrensold darf keine
Neiddebatte werden. Sicher: Die Altersbezüge, die Christian Wulff
nach 20 Amtsmonaten bekommt, stehen in einem krassen Missverhältnis
zu der bisweilen schmalen Rente, die Hunderttausende Deutsche nach
einem langen Arbeitsleben erwarten dürfen. Doch der Vergleich ist
nicht zulässig: Das eine ist ein Ehrensold, das andere eben eine
Rente.

Die Debatte um Wulff war lange genug weitgehend von Emotionen
bestimmt. Nun schadet es gewiss nicht, sich am Buchstaben des
Gesetzes zu orientieren: Darin steht, dass einem Präsidenten der
Ehrensold zusteht, wenn er aus politischen Gründen sein Amt
niederlegt. Es ist Wulff durch den sorgsam gewählten Wortlaut seiner
Rücktrittserklärung gelungen, das für den Ehrensold zuständige
Präsidialamt noch vor Abschluss der staatsanwaltschaftlichen
Ermittlungen davon zu überzeugen, dass sein Abgang politisch
motiviert war.

Das sollten wir aushalten und so frei sein, Wulffs Altersbezüge
einfach nur Sold zu nennen.

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Schwäbische Zeitung
Redaktion
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