Sie haben keine WKV? – kann egal sein

Viele Unternehmen haben keine Warenkreditversicherung („WKV“). Es kann wirtschaftlich sinnvoll sein, keine Versicherung abzuschließen.
Es gibt aber auch eine zweite, sehr wichtige Frage: sichern meine Gläubiger sich die Risiken eines Zahlungsausfalles MEINES UNTERNEHMENS ab?

Gerade auch in Zeiten eigener Stärke werden neben erhöhten Skontoziehungen oftmals längere Zahlungsziele verhandelt. Die Lieferanten sichern sich -je nach Geschäftspolitik- über eine WKV ab. Die Versicherer vergeben die Limite auf Basis von Kreditentscheidungen. Diese speisen sich aus verschiedenen Quellen, wie z.B. Auskunfteien, öffentlich zugängliche Daten und direkt von den Unternehmen überlassenen Unternehmenszahlen sowie erläuternde Informationen.

Hohe Limite „auf das eigene Unternehmen“ sind in verschiedenen Szenarien wichtig. Nachfolgend exemplarisch drei davon:
1. anwachsende Geschäftstätigkeiten
2. rückläufige Geschäftstätigkeiten
3. Turnaround ist geschafft
In den Szenarien 1+3 müssen Sie Ihr Wachstum vorfinanzieren, in Szenario 2 benötigen Sie weiterhin (evtl. sogar verlängerte) Zahlungsziele Ihrer Lieferanten.

Sowohl früher als Bankmitarbeiter als auch heute unternehmensberatend erlebe ich immer wieder, dass Unternehmer diese Kommunikation leider vernachlässigen. Eine Beschäftigung mit der Frage, in welchem Umfang Forderungen GEGEN DAS EIGENE Unternehmen abgesichert werden sowie eine proaktive Kommunikation mit Auskunfteien und Versicherern schützen Sie nicht vor Überraschungen oder generellen Markteinschätzungen der Risikomanager. Sie reduzieren aber das Risiko vor evtl. vermeidbaren Einschnitten in wichtigen Refinanzierungsquellen.

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