Stimmung auf dem deutschen Beteiligungsmarkt zeigt sich uneinheitlich

– Geschäftsklima auf dem VC-Markt erholt sich
– VC-Indikatoren für Dealflow, Innovationsklima und
Einstiegspreise verschlechtern sich
– Later Stage-Geschäftsklima gibt auf hohem Niveau leicht nach
– Einschätzungen zu Fundraisingklima, Exitmöglichkeiten und
Qualität des Dealflows in der Later Stage bleiben positiv

Das Geschäftsklima auf dem deutschen Beteiligungsmarkt zeigt sich
für das Venture Capital- und Later Stage-Segment uneinheitlich, ist
aktuell jedoch insgesamt positiv. Auf dem VC-Markt erholt sich das
Geschäftsklima nach zwei kräftigen Rücksetzern wieder. Der Indikator
des Frühphasensegments steigt im 2. Quartal 2019 deutlich um 13,2
Zähler auf 23,2 Saldenpunkte. Die VC-Investoren bewerten ihre
aktuelle Geschäftslage besser, sind vor allem aber bezüglich ihrer
Geschäftserwartung wieder deutlich optimistischer. Der Indikator für
die aktuelle Geschäftslage steigt auf 24,3 Saldenpunkte (+7,5) und
der Indikator für die Geschäftserwartung legt auf 22,1 Saldenpunkte
zu (+18,8).

Parallel zu dieser positiven Entwicklung verschlechtern sich
allerdings die einzelnen Klimaindikatoren für das VC-Marktumfeld
zusehends: bei immer mehr von ihnen, wie etwa den Einstiegspreisen
oder der Qualität des Dealflows, steht die Stimmungsampel auf gelb
oder sogar rot. Im grünen Bereich bleiben die Bewertungen von
Fundraising, Exitmöglichkeiten, steuerlichem Rahmen und
Abschreibungsdruck.

“Das Geschäftsklima auf dem deutschen VC-Markt hat sich zwar im
Frühsommer vom vorherigen Rückschlag erholt, das Marktumfeld
schwächelt gerade aber etwas”, sagt Dr. Georg Metzger von KfW
Research. “Im Großen und Ganzen sehen wir hier aber noch keine
trendmäßige Entwicklung, weshalb es sich auch um eine vorübergehende
Schwächephase handeln kann, wie wir sie Anfang 2016 schon einmal
sahen.”

Ulrike Hinrichs, geschäftsführendes BVK-Vorstandsmitglied, sagt
dazu: “Die Stimmung im deutschen Venture Capital-Markt bleibt gut.
Dies zeigt sich nicht zuletzt in regen Investitionsaktivitäten und
einigen zum Teil sehr großen Finanzierungsrunden, die allerdings von
internationalen Kapitalgebern gestemmt werden. Auch die Fundraising-
und Exits-Lage bleiben vorteilhaft. Die durchaus ambitionierten
Einstiegspreise eröffnen gleichzeitig Chancen auf attraktive
Exit-Bewertungen.”

Der Klimaindikator des Spätphasensegments gibt im 2. Quartal 2019
erneut leicht nach, und zwar um 2,7 Zähler auf 10,1 Saldenpunkte
nach. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage sinkt auf 14,1
Saldenpunkte (-9,5), der Indikator für die Geschäftserwartung legt
auf 6,1 Saldenpunkte zu (+4,1).

Dem abkühlenden Geschäftsklima zum Trotz bleiben die die
Einschätzungen zum Marktumfeld im Later-Stage-Bereich im Later
Stage-Bereich größtenteils positiv: Das Fundraisingklima ist zwar
rückläufig, allerdings auf sehr hohem Niveau. Beständig zufrieden
sind die Beteiligungsinvestoren mit den Exitmöglichkeiten, der
Qualität des Dealflows, dem steuerlichen Rahmen und der
Innovationstätigkeit. Lediglich mit den Einstiegspreisen für
Neuengagements sind die Beteiligungsinvestoren wirklich unzufrieden.
Die Entspannung, die sich hier zu Jahresbeginn abzeichnete, war somit
nur von kurzer Dauer.

“Das Later Stage-Geschäftsklima auf dem deutschen Private
Equity-Markt hat sich seit seinem Bestwert vor genau einem Jahr
deutlich abgekühlt, bleibt aber noch gerade so im grünen Bereich”,
sagt Metzger. “Das Marktumfeld zeigt dagegen keine wesentlichen
Anzeichen einer Verschlechterung. Das rückläufige Geschäftsklima ist
daher nicht mit einer Marktschwäche zu begründen. Möglicherweise
handelt es sich dabei nur um eine etwas längere Atempause nach der
vorherigen Rekordjagd.”

“Optimistisch für die Zukunft macht die positive Einschätzung des
Dealflows”, ergänzt Hinrichs. “Zeigt sie doch, dass
Beteiligungskapital als Finanzierungsinstrument im Mittelstand immer
mehr Zuspruch findet. Zusammen mit den anderen Marktfaktoren zeigt
sich ein insgesamt attraktives Umfeld nicht nur für Investitionen,
sondern vor allem auch für Fundraising und Exits. Es bleibt
allerdings abzuwarten, wie die Marktstimmung auf die deutlicher
werdenden Rezessionsanzeichen reagieren wird.”

Die KfW berechnet das German Private Equity Barometer zusammen mit
dem Bundesverband deutscher Kapitalgesellschaften e. V. (BVK)
exklusiv für das Handelsblatt. Ausführliche Analysen mit
Datentabellen und Grafiken zur Entwicklung des Geschäftsklimas im
Venture Capital- und Later Stage-Segments sind unter www.kfw.de/gpeb
abrufbar.

Pressekontakt:
KfW, Palmengartenstr. 5 – 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM)
Wolfram Schweickhardt
Tel. +49 (0)69 7431 1778, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
E-Mail: Wolfram.Schweickhardt@kfw.de, Internet: www.kfw.de

Original-Content von: KfW, übermittelt durch news aktuell

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