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Südwest Presse: Kommentar zur Deutschen Bank

Es gab einmal die „Deutschland AG“ – das waren die
großen Konzerne, die sich gegenseitig kontrollierten und vor
ungebetenen Übernahmen schützten. Und über ihnen thronte als
Finanzier die Deutsche Bank. Die Internationalisierung hat dieses
nationale Gebilde hinweggefegt. Darüber braucht niemand traurig zu
sein. Traurig ist nur, dass der Deutschen Bank die Altlast aus ihrer
wilden Zeit vor der Finanzkrise noch wie ein Mühlstein am Hals hängt.
Milliardenstrafen an die US-Justiz werden am Eigenkapital zehren.
Muss es aufgestockt werden? So lange die Strafe für windige
Hypothekengeschäfte nicht Brief und Siegel trägt, bleibt dies ebenso
spekulativ wie die Frage, ob die deutsche Großindustrie im Notfall
den finanzieren soll, der sie früher finanziert hat. Das Ganze
entbehrt damit nicht einer gewissen Ironie. Solche Gedankenspiele
kursieren, weil die Deutsche Bank mehr als nur ein Geldhaus ist.
Globalisierung verlangt nach Größe. Deshalb haben Staat und
Wirtschaft ein vorrangiges Interesse, in der Finanzwelt mit einem
Player „Made in Germany“ vertreten zu sein. Das ist nur allzu
verständlich. Die Deutschland AG ist Geschichte, Wirtschaft geht
heute global. Ein Kern prägt aber die nationale Identität. Die
Deutsche Bank zählt dazu.

Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: S?dwest Presse, übermittelt durch news aktuell

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