Trennungsmanagement


 

Die Trennungsproblematik

Aus der täglichen Arbeit mit Unternehmen wissen wir, dass das Aussprechen einer Trennung Führungskräften, Fachvorgesetzten und Personalverantwortlichen schwerfällt. Ein offener Umgang mit der Trennungssituation ist nicht selbstverständlich. Viele Unternehmen sehen als Lösung des heiklen Themas ein großzügiges finanzielles Angebot. Die zuweilen hohen Abfindungen und der goldene Handschlag helfen nur über eine erste Zeit hinweg. Ist nach einem angemessenen Zeitraum kein neuer Job in Sicht, wächst die Wut auf den ehemaligen Arbeitgeber. Das sollte so nicht sein.

Dos and Dont’s des Trennungsgesprächs

Sich professionell zu trennen heißt, fair die schwierige Situation des anderen zu würdigen sowie die Nachricht und die nötigen Informationen angemessen zu transportieren. Für eine professionelle Trennung ist eine detaillierte Planung unerlässlich. Leider wird oftmals eine externe Bera-tungsgesellschaft viel zu spät hinzugezogen. Wichtig ist das frühzeitige Einbeziehen einer solchen, damit den Betroffenen möglichst schnell eine neue Perspektive aufgezeigt wird und die Restlaufzeit des Vertrages intensiv zur Jobsuche genutzt werden kann. Das verhindert bei ca. 70 % der Fälle den Eintritt in die Arbeitslosigkeit.

Verteidigen und Versprechungen: bitte nicht! Teilen Sie den Betroffenen Ihre Entscheidung mit, ohne sich zu verteidigen. Seien Sie sachlich aber einfühlsam. Loben Sie nicht die früheren Leistungen der Betroffenen, Sie schwächen damit die Aussage und schaden mehr, als dass Sie helfen. Je mehr Sie als Führungskraft reden, desto größer ist die Gefahr, dass Themen interpretiert werden. Häufig hat die Führungskraft das Gefühl, Hilfe anbieten zu müssen und verspricht dann Dinge, die sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einhalten kann. „Ich sehe zu, dass ich Sie in einem anderen Unternehmen unterbringe“ o. Ä.

Zusammenfassung: Empfehlungen für das Gespräch

– Bereiten Sie das Gespräch gut vor. Wählen Sie einen geeigneten Zeitpunkt und Bespre-chungsort. Bereiten Sie die Trennungsmodalitäten vor
– Stimmen Sie sich mit einem externen Berater ab, bereiten Sie Checklisten vor
– Sprechen Sie die Trennungsabsicht innerhalb der ersten drei Minuten des Gesprächs aus. Klarheit ist wichtig. Lassen Sie den Mitarbeiter auch selbst zu Wort kommen
– Erklären Sie Ihre Entscheidung ohne sie zu verteidigen und sich zu rechtfertigen. Vermeiden Sie Floskeln und diskriminierende Redensarten
– Stimmen Sie eine offizielle Trennungsversion ab. Sagen Sie den Betroffenen ein wohlwollendes Zeugnis und gute, realistische Referenzen zu
– Zeigen Sie auf, dass es eine Newplacement-/Outplacementberatung als Option gibt und erläutern Sie den Inhalt und Nutzen einer professionellen Karriereberatung als Teil des Trennungspaketes

Die verbleibenden Mitarbeiter

Alle Mitarbeiter im Unternehmen beobachten die Trennungssituation sehr genau. Oftmals fehlt eine klare Kommunikation. Der Buschfunk ist in vollem Gange. Angst, Unsicherheit und Demotivation machen sich breit. Hörensagen führt zu einer schlechten Stimmung. Oftmals kündigen dann top Mitarbeiter und Führungskräfte. Das kann fatale Folgen haben.

Um dem vorzubeugen, bedarf es einer guten Trennungskultur. Führungskräfte und HR-Verantwortliche lassen sich im Führen von Trennungsgesprächen schulen. Der Einsatz von Newplacement-/Outplacementberatungen bringen große Vorteile. Die Vermeidung gerichtlicher Auseinandersetzungen und der aufgehaltene Imageverlust sind nur zwei Beispiele, die die manchmal hoch erscheinenden Kosten mehr als rechtfertigen.

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