Versorgungslücken in der Pflege: Auswärtiges Amt blockiert Entlastung / bpa fordert schnellere Visaverfahren in den Botschaften

Um die Pflege in Rheinland-Pfalz zu sichern, müssen die
Visaverfahren von Pflegekräften besonders aus den West-Balkanländern
beschleunigt werden. “Dort warten hochmotivierte und gut ausgebildete Fachkräfte
darauf, nach Deutschland kommen zu dürfen, bekommen aber ein Jahr lang nicht
einmal einen Botschaftstermin für die Visabeantragung”, kritisiert der Präsident
und rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter
sozialer Dienste e.V. (bpa) Bernd Meurer. “Deutschland muss sich auf EU-Ebene
für eine schnelle Annäherung an Staaten wie Kosovo, Albanien oder Mazedonien
einsetzen.”

“Der West-Balkan gehört zu Europa”, sagte Meurer vor Vertreterinnen und
Vertretern der mehr als 500 rheinland-pfälzischen bpa-Mitgliedsunternehmen in
Mainz. Beim Besuch einer Berufsmesse im Kosovo habe er vor wenigen Tagen erlebt,
wie viele junge Menschen nur darauf warten, nach Deutschland zu kommen und in
der Altenpflege zu arbeiten. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte
sich kürzlich persönlich vor Ort für die Einwanderung von Pflegekräften stark
gemacht.

“In Deutschland fehlen heute zehntausende Pflegefachkräfte und die Botschaften
auf dem Balkan halten motivierte Bewerber tausendfach davon ab, uns bei der
Lösung dieser Probleme zu helfen”, erneuerte Meurer seine Kritik am Auswärtigen
Amt. “Außenminister Heiko Maas könnte der Pflege in Deutschland im Augenblick
mehr helfen als jedes andere Mitglied der Bundesregierung. Es ist nicht zu
begreifen, dass er es nicht tut. Wenn nur 50 Visabeamte mehr auf dem Balkan
eingesetzt würden, hätten wir in einem halben Jahr keine Personalprobleme mehr,
weil internationale Fachkräfte unsere Pflegeteams entlasten”, so Meurer. Das
Auswärtige Amt nehme sich aber nicht einmal die Zeit für ein Gespräch über die
problematische Situation in den Botschaften.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr
als 11.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 500 in Rheinland-Pfalz)
die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind
im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
335.000 Arbeitsplätze und circa 25.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Die
Investitionen in die pflegerische Infrastruktur liegen bei etwa 26,6 Milliarden
Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Jutta Schier, Leiterin der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 06131/88 03 20, www.bpa.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/17920/4451007
OTS: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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