Vor Entscheidung zur Organspende: Brief an alle Abgeordneten

Die Gegner einer Widerspruchslösung bei der Organspende haben
einen Brief an alle Abgeordneten verfasst, in dem sie für ihren Gesetzentwurf
zur “Stärkung der Entscheidungsbereitschaft” werben: “Niemand von uns kann genau
wissen, welche Folgen eine Widerspruchsregelung für unsere Gesellschaft hat”,
heißt es in dem Schreiben, das am Montag verschickt werden soll und der
Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Samstag) vorliegt. Unterschrieben haben den
Brief sieben Abgeordnete von Union, SPD, Grünen und FDP, darunter die frühere
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). “Wir sollten aber bei all den
Patientinnen und Patienten, die sich mit der Einführung der Widerspruchsregelung
mehr Spenderorgane versprechen, keine falschen Hoffnungen wecken”, heißt es in
dem vierseitigen Schreiben weiter.  Die Abgeordneten erklären auch, es
solle der Weg der Vertrauensschaffung, Stärkung der Beratung und Aufklärung
sowie der Verbesserung der Organisation und Transparenz in den Krankenhäusern
weitergegangen werden. “Es wäre ein Fehler, die Widerspruchsregelung
einzuführen”, betonte Kirsten Kappert-Gonther von der Grünen-Fraktion, die den
Brief ebenfalls unterzeichnet hat. Sie mahnte: “Grundsätzlich bedeutet
Schweigen nicht Zustimmung.”  Es könne sein, dass es jemand einfach nicht
geschafft hat zu widersprechen. Dann sei es nicht vertretbar, dass diesem
Menschen Organe entnommen würden. Der Bundestag will am Donnerstag über die
konkurrierenden Gesetzentwürfe zur Organspende abstimmen.

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