Was ist ein Cap?

Ein Cap ist eine vertragliche Vereinbarung einer Zinsobergrenze bezogen auf einen zugrundeliegenden nominellen Kapitalbetrag. Übersteigt dabei der Referenzzinssatz (z.B. EURIBOR oder LIBOR) die vertraglich festgelegte Zinsobergrenze (Strike-Preis), so zahlt der Verkäufer (Stillhalter) dem Käufer des Cap die Differenz zwischen Zinsobergrenze und Referenzzinssatz. Die Abrechnung erfolgt wie beim FRA. Caps stellen somit für den Käufer eine Versicherung gegen steigende Zinsen dar, bieten aber auch gleichzeitig die Möglichkeit, von einem niedrigeren oder fallenden Marktzinsniveau am kurzen Ende der Zinskurve zu profitieren. Wesentlich ist die Gestaltung der Cap-Prämie, die normalerweise als Einmalgebühr bei Vertragsabschluss fällig ist. Auf Kundenwunsch ist auch eine periodische,
z.B. halbjährliche Zahlung der Prämie möglich.
Determinanten eines Cap
• Währung und Nominalbetrag
• Laufzeit: 2 bis 10 Jahre
• Strike-Preis: Höhe der Zinssatzobergrenze
• Referenzzinssatz: EURIBOR, LIBOR, …
• Rollover-Termine: Termine, an denen Strike-Preis mit dem Referenzzinssatz verglichen wird; i.d.R. 3, 6, 9 oder 12 Monate
• Prämie: i.d.R. Einmalprämie zu Beginn der Vertragslaufzeit, ausgedrückt in Prozent des zugrundeliegenden Nominalbetrages
Von den Determinanten lassen sich leicht Faustregeln ableiten, die dem Käufer Hinweise über die Cap-Preisentwicklung geben:
• Je länger die Laufzeit, desto höher die Cap-Prämie.
• Je höher die Zinsobergrenze, desto niedriger die Cap-Prämie.
• Je größer die Differenz zwischen Zinsobergrenze und impliziertem Marktzinsniveau, desto niedriger die Cap-Prämie.
• Je größer die erwarteten Zinsschwankungen (Volatilität), desto höher die Cap-Prämie.
Einsatzmöglichkeiten
Durch die Vereinbarung einer Zinssatzobergrenze mittels Caps kann das Zinsänderungsrisiko variabel verzinster Kredite nach oben begrenzt werden. Gleichzeitig wird die Möglichkeit offen gehalten, Zinsersparnisse durch niedrige oder fallende Zinssätze zu realisieren (asymmetrisches Risikoprofil). Im Gegensatz zum Swap ermöglichen Caps auch dann eine Zinssicherung, wenn keine Meinung über den zukünftigen Zinsverlauf gebildet wurde.
Das ergibt sich durch den asymmetrischen Charakter von Caps:
Sicherung gegen steigende Zinsen – Vorteile bei sinkenden Zinsen.
Ein Cap-Vertrag wird losgelöst vom Grundgeschäft (z.B. Kreditfinanzierung)
abgeschlossen, so dass dieses Instrument auch bei bereits bestehenden Finanzierungen angewendet werden kann.
Beispiel
Ein Unternehmen schließt einen endfälligen EUR 10 Mio. Rollover-Kredit über 5 Jahre auf Basis 6-MonEURIBOR +100 BP ab und möchte künftig nie mehr als 7,00 % zahlen. Um dies sicherzustellen, muss das Unternehmen einen Cap mit einem Strike-Preis von 6,00% (seine Obergrenze von 7,00 % minus 1,00 % Marge aus dem R/O-Kredit) kaufen. Die Bank bietet für einen 5-Jahres-Cap gegen 6-MonEUR-R/O bei einem Strike-Preis von 6,00 % (7,00 % -1,00 %) einen Preis von beispielsweise 250 BP. Diese Einmalprämie ist bei Vertragsabschluss fällig. Bei Zinsfälligkeit wird nun der Strike-Preis mit dem dann aktuellen EURIBOR verglichen.

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