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WAZ: Aldi diktiert die Preise – Kommentar von Frank Meßing zu Kartellverstößen

Wenn das Toilettenpapier bei Aldi, bei Rewe und bei
Edeka einheitlich 2,75 Euro kostet, muss das kein Verstoß gegen das
Kartellrecht sein. Die Händler beäugen sich kritisch und folgen bei
der Preisgestaltung in der Regel dem Riesen Aldi. Illegal wird es
erst, wenn sich Hersteller und Händler aktiv absprechen.

Wie wir jetzt wissen, wurde davon intensiv Gebrauch gemacht. Wenn
der Produzent sicherstellen kann, dass seine Tafel Schokolade in
allen Regalen für 89 Cent angeboten wird, profitiert er davon, aber
auch der Ladenbetreiber, der eine stabile Marge hat. Die Dummen sind
wir Verbraucher, die vom Wettbewerb profitieren sollten und
stattdessen womöglich überhöhte Preise zahlen.

Dass Haribo nicht gewusst haben will, mit seinem Gebaren gegen
Kartellrecht zu verstoßen, ist naiv. Im hart umkämpften deutschen
Lebensmittelhandel sind den Akteuren offenbar alle Mittel recht. Wie
selbstverständlich teilt Aldi mit, dass man seit Jahrzehnten
Preisführer in Deutschland sei. Was nichts anderes heißt, als dass
der Discounter die Preise diktiert. Das hat mit Marktwirtschaft
nichts zu tun.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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