Es gibt sicherlich angenehmere Tage für Top-Manager
als den, der gestern über Eon-Chef Johannes Teyssen hereinbrach. Die
Anleger flohen in Scharen aus der Eon-Aktie, bis 13 Prozent rutschte
der Kurs des Papiers ab. Eine kalte Zahl, aber auch ein
Misstrauensbeweis für die Zukunftsstrategie des größten deutschen
Energiekonzerns. Die Turbulenzen sind erheblich. Noch steckt den
Mitarbeitern der drastische Abbau von 11000 Stellen in den Knochen,
die Stimmung ist auf einem Tiefpunkt. Und nun, da dringend ein
Lichtblick notwendig wäre, braut sich nochmals ein Sturmtief über Eon
zusammen. Was auch dem Wahnsinn des Ökostrom-Gesetzes anzulasten ist,
das Sonnen- und Windenergie Vorrang bei der Einspeisung in die Netze
gewährt. Die Düsseldorfer haben auf die falschen Kraftwerke gesetzt.
Auf zu viele Gas- und Steinkohlekraftwerke, sogenannte
Mittellastanlagen, die viel Sonne und Wind schlicht aus dem Markt
drücken. Die Anleger sind zu erschrocken: Der Kraftwerkspark steht
nun mal, schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht. Gute Geschäfte in Asien
und Südamerika – fraglich. Was bleibt ist: kleiner werden, bremsen,
sparen. Optimismus sieht anders aus.
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