Es ist schon bemerkenswert, wie lautstark über die
Managergehälter diskutiert wird, während sich still und leise die
vertraglichen Ansprüche der Vorstände vervielfachen. In den
Geschäftsberichten der Dax-Konzerne wimmelt es nur so von
Versorgungszusagen, Ruhegeldern und Pensionsrückstellungen. Nicht nur
in der Gegenwart, auch in der Zukunft können die Chefs mit üppigen
Zahlungen rechnen. Wenn der Vorstandsvertrag unterschrieben ist,
haben Deutschlands Dax-Manager in der Regel für den Rest ihres Lebens
ausgesorgt. Das hat nicht nur mit den hohen Gehältern zu tun, sondern
auch mit der üppigen Altersversorgung. Oft geht es um
Millionensummen, die kaum noch nachvollziehbar sind. Es ist
unverständlich, wie leichtfertig die Aufsichtsräte den Vorständen
feste Zusagen für die ferne Zukunft machen. Klar ist jedenfalls: Wenn
die Pensionen ausgezahlt werden, dürften die meisten Aufsichtsräte
längst nicht mehr im Amt sein. Ärgerlich ist auch, wie frühzeitig
viele Konzernchefs Anspruch auf ihre Rundum-Sorglos-Pensionen haben.
Wie will Deutschlands Wirtschaftselite glaubhaft vertreten, dass die
Menschen länger arbeiten sollen, wenn für viele Vorstände die Rente
mit 60 Jahren die Regel ist?
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