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WAZ: Mit Händen und Füßen – Kommentar von Petra Koruhn

Wer es nicht selbst schon erlebt hat, könnte es für
einen schlechten Witz halten: Der Arzt im Krankenhaus ist zwar
freundlich, spricht aber nur ein paar Brocken Deutsch. Bauchschmerzen
oder Rückenschmerzen? Man verständigt sich mit Händen und Füßen. So
also sieht die deutsche viel beschworene Spitzenmedizin aus.

Was geradezu absurd klingt, ist keine Ausnahme – es gehört zum
Alltag. Verständlich, dass der Aufschrei der Patientenschützer groß
ist: Über 30.000 Behandlungsfehler von etwa 170.000 gingen auf das
Konto „Missverständnis“. Aus Hodenkrebs wird Morbus Hodgkin, um nur
ein Beispiel zu nennen.

Den Ärzten ist kein Vorwurf zu machen. Im Gegenteil: Ohne sie gäbe
es hier noch weniger Mediziner. Das Problem ist, dass nicht genügend
deutschsprachige Ärzte zur Verfügung stehen. Der Klinikalltag ist für
Mediziner unattraktiv. Sie wandern lieber ab, in die Pharmabranche.

Ärzte aus Griechenland, Rumänien oder Russland sind ein Kapital.
Jetzt muss dafür gesorgt werden, dass sie auch da gut sind, wo es mit
am wichtigsten ist: im Gespräch! Im Grunde unfassbar, dass man so
etwas einklagen muss. Aber die sprechende Medizin ist ja sowieso ein
Stiefkind unserer Medizin.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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