WAZ: Profilierung ist nicht erwünscht. Kommentar von Knut Pries

Ein Mann ohne flüssiges Englisch wird Chef-Manager
für die Verständigung unter den 28 Staats- und Regierungschefs; eine
Frau ohne gediegene internationale Erfahrung organisiert künftig die
europäische Außenpolitik – Glückwunsch, liebe EU, zu dieser
originellen Personalpolitik! So etwa sieht die sarkastische Bewertung
der Neubesetzung der Spitzenämter der Europäischen Union aus. Zu Hohn
und Spott besteht indes kein Anlass. Die EU hält sich mit den
Ernennungen an das Job-Profil, das zu entwickeln sie den Vorgängern
Donald Tusks und Federica Mogherinis durch praktische Ausübung
gestattet hat. Weder der Belgier Van Rompuy noch die Britin Ashton
waren als wirkliche Führungsfiguren gefragt. Grundsätzliche Änderung
im Sinne von Aufwertung ist nicht in Sicht. Die Wünsche, die da
offenbleiben, wären an die nationalen Regierungen zu richten. Doch
die wollen auf beiden Ebenen – Chefs und Außenminister – die Zügel
straff in der Hand behalten.

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Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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