Der gierige Staat wird gern und leidenschaftlich
beklagt, aktuell werden ihm seine Spritsteuern verübelt. Wer sie
schon immer für viel zu hoch erachtete, erhält nun auch noch
Flankenschutz aus Frankreich: Die sozialistische Regierung senkt die
Kraftstoff-Steuern, um dem Volk etwas Gutes zu tun. Warum also machen
wir das nicht auch – im Land der sprudelnden Steuern? Nun, sie würde
binnen Tagen verpuffen, der Spritpreis genau einmal sinken. Die paar
Cent wären für die Mineralölwirtschaft nichts anderes als eine neue
Gewinnspanne – und würden alsbald wieder draufgeschlagen. Solange
immer neue Rekordpreise bei konstanter Nachfrage gezahlt werden,
können die Konzerne sie verlangen, ohne Umsatz einzubüßen. Und der
deutsche Autofahrer hat hinlänglich bewiesen, dass er sich von
Rekordpreisen weder Fahrstil noch PS nehmen lässt. Zudem ist es barer
Unfug, Steuern für die Rekordpreise verantwortlich zu machen. Der
Steueranteil hat sich nicht verändert, nur die Preise. Wir befinden
uns in den letzten Jahrzehnten ölbasierter Kraftstoffe, also werden
die Preise weiter steigen. Die einzige Antwort darauf sind andere,
sparsamere Autos.
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