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Weser-Kurier: Kommentar:Über Hilfen für Banken schreibt Moritz Döbler:

Vom disruptiven Wandel ist in diesen Zeiten die
Rede. Es ist die wörtliche Übersetzung eines amerikanischen Begriffs,
der meint, was Joseph Schumpeter schöpferische Zerstörung nannte:
also die Fähigkeit der Marktwirtschaft, Fortschritt hervorzubringen.
Im Zeitalter der Digitalisierung beschleunigt sich dieser Wandel in
allen Branchen, aber er braucht beides, das Schöpferische und das
Zerstörerische. Auch die Banken sind betroffen: Die Verbreitung des
Online-Banking lässt alle Institute Filialen schließen und massiv
Stellen abbauen, dafür treten neue digitale Anbieter auf. Der Wandel
ist nicht spezifisch für die Branche. Selbst Autohersteller
beschäftigen sich weniger mit Blechpressen und mehr mit Software, und
sie treten heute gegen Mobilitätsdienstleister und IT-Konzerne an.
Doch die Banken trifft nicht nur die Digitalisierung. Dank geringer
oder sogar negativer Verzinsung können Banken nicht die Reichtümer
von einst erwirtschaften. Und da eine Trendwende nicht in Sicht ist,
haben die meisten Banken kein nachhaltiges Geschäftsmodell mehr.
Hinzu kommt, dass sie nach den Enthüllungen über die Auslöser der
Finanzkrise das Vertrauen vieler Kunden verloren haben. Es ist also
nicht fehlendes Kapital das Kernproblem der Branche. Sondern die
Digitalisierung, die Niedrigzinsen und der Vertrauensverlust werden
dazu führen müssen, dass Banken vom Markt verschwinden. In dieser
Lage fordert der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, die EU möge 150
Milliarden Euro bereitstellen, um die europäischen – vor allem die
italienischen – Banken zu stützen. Was für ein Irrsinn, mit
Steuergeldern das Leiden zu verlängern! Stattdessen sollten sich die
Bemühungen, unternehmerische wie politische, auf Erneuerung
konzentrieren. Das gilt in Berlin, Rom und Brüssel genauso wie in
Bremen, wo die Schieflage der Bremer Landesbank zu bewältigen ist.
Denn es gibt ja weiter Bedarf für Bankdienstleistungen, allerdings zu
anderen Bedingungen und in neuen Formen.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Zentraldesk
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

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