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Weser-Kurier: Kommentar von Phillip Jaklinüber die Zukunft der Reeder

Die Schifffahrt ist eine konservative Branche. Man
wartet lieber ab, bevor man sich technische Neuerungen zu eigen
macht. Es mag damit zu tun haben, dass das Gewerbe Jahrtausende alt
ist. Wind und Wellen bleiben schließlich bestehen.

Dabei haben die Reeder immer wieder ihre Anpassungsfähigkeit
beweisen müssen. Historische Zäsuren wie der Übergang vom Segel- zum
Dampfschiff und schließlich Dieselantrieb oder der Beginn des
Containerzeitalters haben sie in der Vergangenheit dazu gewungen,
ihre Geschäftsmodelle rasch anzupassen oder gar über den Haufen zu
werfen.

Ein solcher Moment mag wieder gekommen sein: Die Digitalisierung
unseres Alltags, unserer Lebens-, Arbeits- und Geschäftsroutinen ist
ein epochaler Einschnitt. Im Seegüter-Verkehr ist davon bis dato
nicht sehr viel angekommen. Bei jedem Päckchen lässt sich heute der
Postweg in Echtzeit im Netz verfolgen, während sich die gute alte
Blechkiste Container – vom World Wide Web unbehelligt – über die
Weltmeere schippern lässt.

Zu sehr war die Schifffahrt in den vergangenen Jahren mit Krise
beschäftigt. Das Dilemma bleibt: Woher soll das Geld für
Investitionen kommen, wenn Banken in Scharen aus dem Schiffsgeschäft
fliehen? Fonds und internationale Investoren mögen für die ganz
Großen der Branche ein Ausweg sein; für mittelständische Reeder wohl
kaum.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Zentraldesk
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

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