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Weser-Kurier:über das Weltnaturerbe Wattenmeer schreibt Martin Wein:

Als reiche Naturlandschaft von einmaligem Wert wird
das Weltnaturerbe Wattenmeer offensiv vermarktet. Das darf jedoch
nicht den Blick darauf verstellen, dass die Deutsche Bucht auch ein
Industrierevier ist, wo Wind gewonnen, nach Öl gebohrt und Waren in
alle Welt verschifft werden. Die Logistik-Wirtschaft sähe daher die
größeren Flüsse, die in die Nordsee münden, am liebsten als gerade
Schiffsautobahnen ohne Stoppschild und Tempolimit. Je größer die
Schiffe werden, so die Forderung, umso tiefer müssten eben die Flüsse
ausgebaggert werden. Die langfristigen Folgen zeigen sich oft erst
nach Jahrzehnten. So in Cuxhaven, immerhin der Touristen-Destination
Nummer 1 an Niedersachsens Küste, wo Schlickfelder vorm Strand auf
Dauer Urlauber vertreiben dürften. Vor allem aber könnten vertiefte
Flüsse ein Einfallstor ins Binnenland für schwerere Sturmfluten
werden, verursacht durch Klimawandel und Anstieg des Meeresspiegels.
Nachhaltiges Handeln darf sich nicht auf Nebensächliches beschränken.
Den Schlick in Cuxhaven kann jeder umgehen – Veränderungen der
Wasserwege aber lassen sich nicht so einfach korrigieren. Auch in
Hamburg wird man das irgendwann akzeptieren müssen.

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

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