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Weser-Kurier:Über die Situation auf dem Mittelmeer schreibt Kristin Hermann

Ein Jahr ist es her, dass die Hilfsorganisation SOS
Mediterranee ins Mittelmeer aufgebrochen ist. Gründer und Helfer der
Gruppe konnten es nicht mehr ertragen, wie Menschen im Mittelmeer
ertrinken, weil sie keinen anderen Ausweg für ihr Leben sehen, als
die lebensgefährliche Route nach Europa zu nehmen. Wären sie nicht
gewesen, wären mehr als 8000 Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit
ertrunken. Genauso wie weitere Tausende von Flüchtlingen, die von
anderen privaten Organisationen gerettet wurden. Doch für mehr als
5000 Menschen kam allein 2016 jede Hilfe zu spät – denn die
Freiwilligen vor Ort können nicht das gesamte Gebiet abdecken. Man
würde meinen, dass Europa so etwas nicht hinnehmen würde. Wie groß
wäre die Aufregung, wenn Deutsche oder Franzosen dort nahezu
wöchentlich ertrinken würden? Doch in dem Jahr, seit SOS Mediterranee
da ist, hat sich an der Situation so gut wie nichts verändert. Es ist
ein Jahr, in dem die Politik längst hätte aktiv werden müssen. Ein
Jahr, in dem man sichere Fluchtwege hätte schaffen können. Ein Jahr,
in dem man etwas gegen die menschenverachtende Situation in Libyen
hätte tun können. In dem man hätte versuchen müssen, mehr gegen das
kriminelle Netzwerk von Schleppern zu unternehmen, die Menschen zum
Teil mit Waffengewalt in die Boote drängen, wenn sie sich weigern,
die überfüllten Schlauchboote zu besteigen. Ein Jahr, in dem man
Italien hätte mehr unterstützen müssen, damit das Land nicht alleine
mit der Masse an Menschen fertig werden muss – das gleiche gilt für
Griechenland. Ein Jahr, in dem man sich nicht hätte darauf verlassen
dürfen, dass private Hilfsorganisationen den Job übernehmen, den
eigentlich die Regierungen finanzieren müssten. Ein Jahr, in dem
Europa hätte zeigen können, dass es auch in schlechten Zeiten
zusammensteht.  Europa hat in diesem Jahr ausreichend Zeit gehabt.
Nun müssen aus den aktuellen politischen Bestrebungen auch endlich
Taten folgen. Denn so großartig die Arbeit auch ist, die SOS
Mediterranee und die vielen anderen freiwilligen Helfer auf ihren
Schiffen im Mittelmeer leisten – es wäre besser, man würde sie gar
nicht brauchen.  

Pressekontakt:
Weser-Kurier
Leiter Zentraldesk
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

Original-Content von: Weser-Kurier, übermittelt durch news aktuell

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