Weser-Kurier:Über die Verluste der Deutschen Bank schreibt der „Weser-Kurier“ (Bremen) in seiner Ausgabe vom 1. Februar:

Bei großen Konzernen wird gern mal das Bild vom
Tanker bemüht. Behäbig, gigantisch und schwer vom eingeschlagenen
Kurs abzubringen. Für die Deutsche Bank passt das Bild. Obwohl die
neuen Kapitäne schon vor geraumer Zeit konsequentes Umsteuern
angekündigt hatten, liegt der neue Kurs längst noch nicht an. Im
Gegenteil, bislang haben Fitschen und Jain auf der Brücke eher eine
unglückliche Figur abgegeben. Und jetzt sind auch noch die Zahlen
miserabel. Nun gut, das kann sogar gewollt sein. Neue Chefs nutzen
gern die Strategie, alles das, was ihnen in den kommenden Jahren noch
Probleme bereiten könnte, rasch im ersten Jahr zu präsentieren. Das
neue Führungsduo könnte die Verantwortlichkeit seinem Vorgänger
Ackermann zuschieben wollen. Immerhin haben die beiden das Kommando
erst Mitte vergangenen Jahres übernommen. Aber wo bleibt der
angekündigte Kulturwandel? Stichwort: Spekulationen am
Agrarrohstoffmarkt. Das böse Wort vom Aussitzen macht schon die
Runde. Es ist noch nicht so lange her, dass der unbeliebte Ex-Chef
Ackermann gesagt hat, kein Geschäft sei es wert, den Ruf aufs Spiel
zu setzen. Da ist es doch jetzt müßig, ernsthaft darüber zu
debattieren, dass der Hunger in der Welt nicht ausschließlich auf
Spekulationen am Rohstoffmarkt zurückzuführen ist. Ethik sollte auch
für Banken ein Maßstab sein. Natürlich ist es nun schwer geworden,
eine Abkehr vom Zocken mit Agrarrohstoffen nachvollziehbar zu
begründen, wenn die eigene Studie zum Ergebnis kommt: alles nicht so
schlimm.

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