Klar kann der Bundeswirtschaftsminister auf eine
deutsche Führungsrolle und mehr Mitbestimmung bei EADS und Airbus
pochen. Allerdings, die Entscheidungen trifft der Markt – oder
vielleicht doch eher Paris, wie sich in der Vergangenheit schon
häufiger gezeigt hat. Oder demnächst auch Toulouse, wo EADS-Chef
Thomas Enders künftig noch mehr Konzernfunktionen bündeln will. Im
Sinne eines Gleichgewichts an Verantwortlichkeiten zwischen den
europäischen Standorten, wie er sagt. Da tut sich möglicherweise ein
Konfliktherd auf, der dem Konzern als Ganzes schaden kann. Enders ist
bei strategischen Entscheidungen schon einmal an politischen
Blockaden gescheitert, als die geplante Fusion mit dem britischen
Konkurrenten BAE platzte. Seinerzeit ging es ebenfalls um staatlichen
Einfluss. Auch wenn man sich durchaus Sorgen machen muss, Deutschland
könne als Industriestandort ins Hintertreffen geraten: Staatliche
Einflussnahme auf unternehmerische Strategie- und
Produktentscheidungen ist dennoch keine Garantie für geschäftlichen
Erfolg. Und weil Schadenfreude nicht zu den vorrangigen
unternehmerischen Tugenden gehört, blieb das „Dreamliner“-Desaster
von Boeing nur ein Randaspekt in Toulouse. Zu Recht.
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