Westdeutsche Zeitung: Kommentar von Ekkehard Rüger zur Buchveröffentlichung über die Pogromopfer 1938 auf dem heutigen Gebiet von NRW: Herzensbildung

Herzensbildung – das schöne Wort entstammt der deutschen
Klassik. In ihm verbinden sich Vernunft und Empfindsamkeit. Gemeint ist die
Kunst, einen Weg zu finden, um nicht nur den Verstand zu schärfen, sondern auch
das Herz zu öffnen. Man könnte auch sagen: Das größte Wissen nutzt uns nichts,
wenn es uns nicht berührt.

Das, was die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf mit ihrer Dauerausstellung wie
mit ihrem Forschungsprojekt zu den Pogromopfern leistet, ist Herzensbildung im
besten Sinne. Ihre Basis ist die akribische Arbeit der Historiker, die nüchterne
Genauigkeit bei Namen, Zahlen, Fakten, das unermüdliche Sammeln von Quellen.

Aber im Ergebnis bekommen Opfer ein Gesicht, lassen wir uns aus dem Meer der
Toten von Einzelschicksalen bewegen, um so die Dimensionen des Verbrechens neu
zu begreifen. Der Unterschied zur reinen Gefühligkeit ist allerdings, dass
gelungene Herzensbildung sich in der Folge in unserem Tun und Lassen
niederschlägt. Es wäre das Mindeste, das wir den Opfern schulden.

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