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Westdeutsche Zeitung: Warum der Höhenflug der Piratenpartei zu Ende geht – Frisch und spleenig ist zu wenig Ein Kommentar von Martin Vogler

Das Piratenboot kentert – führende Mitglieder
verlassen das sinkende Schiff. Bei solchen mehr oder minder
geistreichen Wortspielen ist zu erleben, wie rasch eine vermeintlich
originelle Namensgebung zum Bumerang werden kann. So lange die
Piraten, die sich vor allem auf das I rgendwie-Anders-Sein stützen,
frisch und hipp waren, konnten sie mit Formulierungen wie „fertig
machen zum Ändern“ punkten. Doch geht es erstmal abwärts – und das
tut es bei den Piraten angesichts sich verflüchtigender Mitglieder,
interner Querelen und sinkender Umfragewerte -, dann taugt der Name
nur noch für Hohn und Spott. So hart sind die politischen Regeln. Das
musste auch die Partei, die noch kürzlich als Überraschungs-Star
gefeiert wurde, bitter lernen.

Dabei war der Höhenflug sogar marketingtechnisch geschickt
gemacht. Wenn etablierte Parteien bei den meisten nur noch Ermüdungs-
und Abwehrreflexe auslösen, kommt eine Gruppierung wie die Piraten
zum idealen Zeitpunkt. Die Gesellschaft ist nämlich offen für viel
Basisdemokratie, frische Ideen und Politiker, die die Chancen
moderner Technik und sozialer Netzwerke wirklich verstehen.
Allerdings haben die Piraten versäumt, ihren netten Aktionen auch
programmatische Substanz folgen zu lassen. Ein Fehler, den übrigens
einst die Grünen nicht begingen. Deshalb ist die einstige Öko-Partei
heute etabliert. Die Piraten werden voraussichtlich diesem Beispiel
nicht folgen können.

Unsere Gesellschaft ist zwar bereit wie nie für spaßige Elemente.
Aber die nutzen sich ab. Die Öffentlichkeit nimmt die Piraten heute
als unreife, zankende Truppe wahr, in der sich führende Mitglieder,
wie etwa Geschäftsführer Johannes Ponader, vorwiegend um ihr
persönliches Wohl zu kümmern scheinen. Doch der Partei fehlt der
Wille oder auch die Kraft, sich von solchen Leuten zu trennen.

Wenn die Piraten in elf Monaten tatsächlich den Sprung in den
Deutschen Bundestag schaffen wollen, dann ist es höchste Zeit, von
spleenig auf konstruktiv umzuschalten. Doch Indizien dafür gibt es
keine. Stattdessen verblüfft die Partei weiterhin mit Absonderlichem.
Der jüngste Antrag, in Niedersachsen Adolf Hitlers „Mein Kampf“ zur
Pflichtlektüre in Schulen zu machen, passt in diese Kategorie.

Pressekontakt:
Westdeutsche Zeitung
Nachrichtenredaktion
Telefon: 0211/ 8382-2370
redaktion.nachrichten@westdeutsche-zeitung.de
www.wz-newsline.de

Weitere Informationen unter:
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