WESTFALEN-BLATT (Bielefeld): Kommentar zu Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf die Finanzmärkte

Angst ist ein hoch ansteckender Virus. Traditionell sind
Börsianer dafür besonders empfänglich. Schon kleinere Gerüchte als das einer
drohenden Pandemie können jene, die große Gelder verwalten, nachhaltig
verunsichern.

Diesmal ist es ernst, vielleicht vergleichbar ernst wie zu Beginn der
Finanzkrise 2008. Es ist gar nicht so wichtig, ob “Covid-19” tatsächlich
Reaktionen wie in der internationalen Logistik oder bei den Hamsterkäufern in
Europa rechtfertigt. Die Reaktionen sind da, und die Unternehmen müssen mit den
Produktions- und Lieferausfällen zurechtkommen.

Eine erprobte Reaktion ist die Kurzarbeit. Sie trug vor zwölf Jahren dazu bei,
dass die deutsche Wirtschaft mit vergleichsweise geringem Schaden aus der
Finanzkrise herauskam. Die Gefahr jeder Maßnahme, die den normalen
Arbeitsrhythmus stört, ist das, was sie an anderer Stelle auslöst. Je
kleingliedriger die Ketten zwischen Zulieferern und Produzenten sind, desto
anfälliger ist das System insgesamt. Grund zur Panik besteht nicht. Aber es wird
die Aufgabe der Zukunft sein, Abhängigkeiten zu verringern. So führt der
Heilungsprozess vielleicht zu einer stärkeren Wertschätzung der Lieferanten in
der Region.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Bernhard Hertlein
Telefon: 0521 585-261
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