WESTFALEN-BLATT (Bielefeld): Kommentar zum VW-Dieselskandal

Wie werden sich jetzt wohl die betroffenen VW-Dieselfahrer
fühlen? Vermutlich so, als wenn sie kurz vor der Ankunft an ihrem Urlaubsziel
mit dem Auto wegen eines Motorschadens liegenbleiben. Welch ein Ärger!

Der Dieselskandal ist nun schon fünf Jahre her – und immer noch nicht
aufgearbeitet. Millionen Autofahrer wurden durch die Manipulationen der
VW-Ingenieure an der Motorsteuerung hintergangen. Sie waren zu Recht wütend,
weil ihr Fahrzeug nun weniger wert ist. Es wäre eine Selbstverständlichkeit
gewesen, sie zu entschädigen – so wie es in den USA der Fall war. Doch in
Deutschland spielen die VW-Manager auf Zeit und lassen nun eine
Vergleichsverhandlung platzen.

VW erwirbt sich mit dieser windigen Strategie keine Sympathien. Erstens, weil
die 2000 Euro ohnehin nicht mehr als ein Trostpflaster sind und schon gar nicht
an die Entschädigungszahlungen in den USA heranreichen. Zweitens, weil alle
anderen vom Dieselskandal betroffenen VW-Kunden, die sich nicht den
Vergleichsverhandlungen angeschlossen haben, leer ausgehen. VW verdient
Milliarden, könnte sich also mehr leisten. So aber bleibt das Image angekratzt,
eine große Chance wurde verpasst.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Paul Edgar Fels
Telefon: 0521 585-261
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