Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Algerien/Mali

Frankreich hat in Mali sofort zugeschlagen, als
vor wenigen Tagen die El-Kaida-Tuareg-Allianz des Nordens auf Bamako
vorrückte. Viele haben das in Europa zunächst nicht verstanden,
manche haben massiv Kritik geübt. Spätestens mit dem Blutbad von
Donnerstag auf einem weit entfernten Gasfeld an der Grenze zu Libyen
ist klar, dass mehr auf dem Spiel steht. Selbst wenn die Geiselnahme
»nur« eine Aktion des seit Jahrzehnten auf Terror abonnierten
Warlords Mokhtar Belmokhtar gewesen sein sollte, werden die
Dimensionen klar. Unter dem Oberbegriff El Kaida und mit dem
politischen Ziel eines islamistischen Gottestaates sind Kräfte
unterwegs, die Europa in den riesigen Wüsten Nordafrikas kaum noch
einfangen kann. Die El Kaida im Maghreb besteht nicht länger nur aus
Wegelagerern und Schmugglern. Die Wüstenkämpfer verfügen neuerdings
über brandgefährliche Militärtechnik aus Gaddafis Beständen.
»Afrikanistan« wird anders als der Brandherd am Hindukusch. Zwischen
Mittelmeer und Westafrika könnte sich ein endloses Katz- und
Mausspiel entwickeln, das niemand mehr aufhalten kann.

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